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Neustadt 2009 und was da auf uns zukommt......
Was sich der Bürger, die Bürgerin
für das kommende Jahr besonders wünscht ist Frieden. Den haben wir noch nie
solange genießen können wie heutzutage. Das tut uns allen gut.
Als zweites wünscht sich der
Bürger, die Bürgerin Gesundheit. Da sind die Aussichten nicht so gut. Mit dem
evtl. Neubau des Müllheizkraftwerkes kommt da eine gravierende Luftbelastung
auf uns zu. Wir sind ja bereits an das alte Werk und seine Filteranlage
gewöhnt, wissen aber immer noch nicht wie weit wir durch die Puste, die aus dem
alten Schornstein kam bei ständigem Westwind nicht doch schon eine Beschädigung
unserer Gesundheit abbekommen haben. Eine entspr. Voruntersuchung wurde ja
bisher abgelehnt. Die neue geplante Müllverbrennung wird mit 130 % Erweiterung
eine schlechtere Filteranlage haben. Das wurde amtlich genehmigt. Warum
eigentlich? Feinstäube, die auch aus solchen Anlagen kommen, sind hoch
gefährlich. Sie transportieren ca. 400 verschiedene Schadstoffe. u.a. Dioxine,
sie beeinträchtigen nicht nur die Atmungsorgane sondern sie teilen sich dem
gesamten menschlichen Körper mit und sind besonders für kleine Kinder aber auch
für Erwachsene eine Gefahr. Der Toxikologe, Dr. Hermann Kruse aus Kiel, wies
bei einer Bürgerdiskussion darauf hin, dass Studien in Regionen um MVA- werke
belegten, dass Kinder Beeinträchtigungen der Lungenfunktion oder der
Schilddrüse davontrügen. Zwar seien die Werte nicht im krankhaften Bereich,
doch für Toxikologen bereits alarmierend. Kruse empfahl sorgfältige
Untersuchungen bei Kindern etwa bei den amtsärztlichen Untersuchungen der
Kinder bei dem Einschulungstest. Es gäbe keinen „verträglichen Staub" so Kruse.
Derzeit liegt der Toleranzwert bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und soll
bis zum Jahr 2010 auf 20 Mikrogramm gesenkt werden.(EU Gesetz) Jede noch so
kleine Konzentration könne schädlich sein, deshalb solle der Toleranzwert, wenn
überhaupt 10 Mikrogramm nicht überschreiten. Die vorliegende Genehmigung des
Staatl.Umweltamtes in Kiel beinhaltet 40
Mikrogramm. All diese Informationen haben wir uns in Neustadt erarbeitet.
Ausgestattet mit diesem Wissen können wir nach wie vor den Bau des MVA nicht
akzeptieren und wir denken dabei an unsere Kinder und Kindeskinder.
Ilse Tychsen
Der Brief wurde gekürzt in den Lübecker Nachrichten vom 6. Januar 2009 veröffentlicht.
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