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Neustadt 2009 und was da auf uns zukommt
06.01.2009 / Ilse Tychsen, Neustadt
Kategorie: Leserbrief
 
 
 
Inhalt:

Neustadt 2009 und was da auf uns zukommt......

Was sich der Bürger, die Bürgerin für das kommende Jahr besonders wünscht ist Frieden. Den haben wir noch nie solange genießen können wie heutzutage. Das tut uns allen gut.

Als zweites wünscht sich der Bürger, die Bürgerin Gesundheit. Da sind die Aussichten nicht so gut. Mit dem evtl. Neubau des Müllheizkraftwerkes kommt da eine gravierende Luftbelastung auf uns zu. Wir sind ja bereits an das alte Werk und seine Filteranlage gewöhnt, wissen aber immer noch nicht wie weit wir durch die Puste, die aus dem alten Schornstein kam bei ständigem Westwind nicht doch schon eine Beschädigung unserer Gesundheit abbekommen haben. Eine entspr. Voruntersuchung wurde ja bisher abgelehnt. Die neue geplante Müllverbrennung wird mit 130 % Erweiterung eine schlechtere Filteranlage haben. Das wurde amtlich genehmigt. Warum eigentlich? Feinstäube, die auch aus solchen Anlagen kommen, sind hoch gefährlich. Sie transportieren ca. 400 verschiedene Schadstoffe. u.a. Dioxine, sie beeinträchtigen nicht nur die Atmungsorgane sondern sie teilen sich dem gesamten menschlichen Körper mit und sind besonders für kleine Kinder aber auch für Erwachsene eine Gefahr. Der Toxikologe, Dr. Hermann Kruse aus Kiel, wies bei einer Bürgerdiskussion darauf hin, dass Studien in Regionen um MVA- werke belegten, dass Kinder Beeinträchtigungen der Lungenfunktion oder der Schilddrüse davontrügen. Zwar seien die Werte nicht im krankhaften Bereich, doch für Toxikologen bereits alarmierend. Kruse empfahl sorgfältige Untersuchungen bei Kindern etwa bei den amtsärztlichen Untersuchungen der Kinder bei dem Einschulungstest. Es gäbe keinen „verträglichen Staub" so Kruse. Derzeit liegt der Toleranzwert bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und soll bis zum Jahr 2010 auf 20 Mikrogramm gesenkt werden.(EU Gesetz) Jede noch so kleine Konzentration könne schädlich sein, deshalb solle der Toleranzwert, wenn überhaupt 10 Mikrogramm nicht überschreiten. Die vorliegende Genehmigung des Staatl.Umweltamtes in  Kiel beinhaltet 40 Mikrogramm. All diese Informationen haben wir uns in Neustadt erarbeitet. Ausgestattet mit diesem Wissen können wir nach wie vor den Bau des MVA nicht akzeptieren und wir denken dabei an unsere Kinder und Kindeskinder.

Ilse Tychsen


Der Brief wurde gekürzt in den Lübecker Nachrichten vom 6. Januar 2009 veröffentlicht.
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